DEUTSCH-ITALIENISCHE-DANTE-ALIGHIERI-GESELLSCHAFT REGENSBURG E.V.
SOCIETÀ ITALO TEDESCA DANTE ALIGHIERI COMITATO DI RATISBONA

BEGEGNUNGSABEND IM JANUAR 2000

 

Montag, 24.01.2000 20:00 Uhr

Weinschenkvilla

Dr. Birgit Weichmann Carnevale Veneziano

 

CARNEVALE VENEZIANO

Einladung

zum

JANUAR-BEGEGNUNGSABEND

 am Montag, den 24. Januar 2000, 20 Uhr, Weinschenk-Villa, Hoppe-Straße 6.

"Fliegende Türken, geköpfte Stiere und die Kraft des Herkules.
Zur Geschichte des Venezianischen Karnevals"

Diavortrag

 Referentin: Dr. Birgit WEICHMANN, Publizistin und Journalistin

In Venedig gibt es zwei verschiedene Arten von Überschwemmungen: das Hochwasser und die Karnevalstouristen. Zu Hunderttausenden überrollen sie zwischen den unsinnigen Donnerstag, den giovedí grasso, und Aschermittwoch, den mercoledí delle Ceneri, die Gassen und Plätze der Lagunenstadt. Im vergangenen Jahr wurden am Karnevalswochenende jeden Tag rund 125.000 Besucher in der Stadt, die selbst nicht einmal mehr 75.000 Einwohner hat, gezählt. Dürfte in früheren Jahrhunderten in Venedig beinahe ein halbes Jahr lang Maske getragen werden, so ist der "carnevale veneziano" heute auf zehn Tage beschränkt. Damals trug die ganze Stadt Masken. Arm und reich, jung und alt, Mann und Frau, alle waren durch die Maske gleichgestellt. Von Traditionen, wie den fliegenden Türken, die sich vom Campanile aus in die Tiefe stürzten, oder den akrobatischen Menschenpyramiden ist kaum etwas geblieben. Auch das rituelle Köpfen von Stieren zur Karnevalszeit gehört seit Jahrhunderten der Vergangenheit an. Einzig der Flug einer überdimensionalen Pappmaché-Taube vom Campanile zum Dogenpalast erinnern heute an vergangenen Zeiten.

 Im 18. Jahrhundert war der Karnevalstourismus ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Das Gewerbe der Maskenhersteller blühte. Auch frühere Formen des Tourismus prägten das Wirtschaftsleben in der Stadt. Während der französischen und österreichischen Regierung (1797 bis 1866) wurde der Karneval eine Privatangelegenheit der Venezianer. Man traf sich in privaten Palazzi oder zu Bällen. 1867 wurde er bewußt wiederbelebt, um "Fremde anzuziehen, die Geld bringen", wie in der örtlichen Zeitung vom 10. Januar 1867 zu lesen stand. Erneut wurde es dann leise um den Touristenmagneten "carnevale", bis er 1979 wieder auferweckt wurde und von Jahr zu Jahr immer größere Ausmaße annimmt. Im Wort und Bild werden die Traditionen der verschiedenen Jahrhunderte – von der bildlichen Darstellung im 16. Jahrhundert bis hin zu Fotos des Karnevaltreibens unserer Tage – vorgestellt und interpretiert. 

Dr. Birgit Weichmann

promovierte nach ihrem Studium, das sie in Regensburg, Oxford und Lyon absolvierte, zu einem venezianischen Thema in romanischer Philologie. Zu diesem Zweck beschäftigte sie sich intensiv mit dem 18. Jahrhundert, dem Höhepunkt des venezianischen Karnevals. Während der Forschungen dazu lebte und arbeitete sie in Venedig. Sie ist Publizistin und Journalistin in Regensburg.

  

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