DEUTSCH-ITALIENISCHE-DANTE-ALIGHIERI-GESELLSCHAFT REGENSBURG E.V.
SOCIETÀ ITALO TEDESCA DANTE ALIGHIERI COMITATO DI RATISBONA

BEGEGNUNGSABEND IM APRIL 2018

 

Mo, 09.04.2018 20:00 Uhr Weinschenkvilla Dr. Jörg ZEDLER BAYERN UND DER VATIKAN

 

Montag, 9. April 2018, 20 Uhr

Weinschenk-Villa, Hoppe-Straße 6

BAYERN UND DER VATIKAN

Referent Dr. Jörg ZEDLER, Universität Regensburg

Bayern gilt in seiner Selbst-, vielleicht noch mehr in der Fremdwahrnehmung als katholisches Land.
Doch warum ist das überhaupt so, erreicht doch der Anteil römisch-katholischer Christen in seiner Landeshauptstadt München heutzutage nicht mal mehr ein Drittel?
Die Antwort auf diese Frage, muss weit zurückgreifen in die Geschichte: Denn als sich die christliche Welt in Katholiken und Protestanten teilte, war es Bayern, das als erstes Land seine unverbrüchliche Treue zum alten Glauben erklärte und damit zu jenem Felsen in der deutschen Konfessionslandschaft wurde, den Rom so dringend brauchte, um die Flut des Protestantismus abzuwehren.
So blieb es über Jahrhunderte, die Bande zwischen beiden Akteuren waren eng geknüpft; bis an die Wende vom 18. auf das 19. Jahrhundert hatte das Herzog- bzw. Kurfürstentum eine rein katholische Bevölkerung, Protestanten wurden nicht geduldet, und wenn es den Katholizismus zu verteidigen galt, waren seine Fürsten zur Stelle.
An der römischen Kurie wusste man das zu schätzen, und man honorierte es auch: zahlreiche Zugeständnisse auf fiskalischem oder personalpolitischem Gebiet waren das Entgegenkommen des Papstes, sein „do“ für das bayerische „des“.
Die engen Beziehungen zwischen München und Rom überdauerten sogar das Ende der alten Reichskirche, den tiefen Einschnitt am Übergang vom 18. auf das 19. Jahrhundert. Wie anders wäre es zu erklären, dass es eine diplomatische Vertretung des Vatikans, eine Nuntiatur, zwar durchgehend in München gab, aber keine bei Preußen oder dem Deutschen Kaiserreich? Oder dass die ersten Konkordate nach den zentralen Zäsuren der napoleonischen Wirren bzw. des Ersten Weltkriegs jeweils mit dem jungen Königreich (1817) bzw. dem Freistaat (1924/25) geschlossen wurden?
Bayern kam hier eine Bedeutung zu, die weit über seine Grenzen auf ganz Europa ausstrahlte.
Der besonderen Qualität in den wechselseitigen Beziehungen nachzuspüren, den Blick für die politische Rolle des Katholizismus zwischen Reformation und Republik zu schärfen, hat sich der Vortrag zum Ziel gesetzt. Warum rückte Bayern immer wieder in den Fokus des Vatikans? Welche Ziele verfolgten, umgekehrt, dessen Fürsten mit ihrem unbeirrten Festhalten am alten Glauben, jenseits persönlicher Gläubigkeit? Wie wurden Konflikte austariert? Wie veränderte sich das Verhältnis mit der Einführung der konfessionellen Parität am Beginn des 19. oder dem Ende der Monarchie am Beginn des 20. Jahrhundert?
Zur Beantwortung derartiger Fragen gilt es, ganz unterschiedliche Ereignisse aus den Jahrhunderten heranzuziehen und somit die besondere Beziehung zwischen Bayern und dem Vatikan zu konturieren.

 

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